Fast für alles ist ein Kraut gewachsen

Ananassalbei, Beifuß, Basilikum, Bergbohnenkraut, Dill, Estragon...

CIMG1481Mosbach. "Wer Freude will, der muss sie teilen, denn das Glück wurde als Zwilling geboren." Mit dieser nachdenkenswerten Sentenz eröffnete Bert Hergenröder, Vorsitzender des LGS-Fördervereins, am Samstagnachmittag den "Tag der offenen Gärten", den man ob des Erfolgs bei der Premiere im Vorjahr auf ein ganzes Garten-Wochenende ausgeweitet hatte. Zum Rahmenprogramm des "Mosbacher Markterlebnisses" (die RNZ berichtete bereits über den Kräutermarkt und die Musik zur Marktzeit) zählte zudem eine Führung durch den Klostergarten, organisiert vom Naturheilverein.

Groß war das Interesse am Scheuermannschen Garten. Rund 50 Gäste führte Christian Thumfart durch die von ihm geplante Anlage. Eine Besonderheit: Alles darin ist rechteckig ausgerichtet - bis hin zur "Kräuterspirale". So kann sich der sehbehinderte Gartenbesitzer besser orientieren. Für die Gäste gab's als Souvenir eine kleine Rezeptsammlung.

Garten Familie Schneider (2)

"Was mir gefallen hat: Es darf alles wachsen, was aufgeht", kam Ulla Schneider am Sonntag auf eine Gemeinsamkeit zu ihrem Garten in der Nüstenbacher Straße zu sprechen. Doch auch zwei große Unterschiede beschrieb sie: "Ich hab viele Blumen, die ich selber gezogen habe." Im 500 Quadratmeter großen Reich von Gerd und Ulla Schneider ist so ziemlich jedes freie Plätzchen mit selbst gebastelten Dekorationen ausgeschmückt. Frei nach dem Motto: "Zu viel des Guten kann wundervoll sein." Auf Gartenfahrten und in Fachzeitschriften finde sie die Anregungen. Weshalb sich Ulla Schneider auch besonders darüber freute, dass ihr grünes Reich Eingang fand in "Mein schöner Garten Spezial 3/2013".Garten Familie Schneider (3)

Seit über 50 Jahren hegen die beiden das 500 Quadratmeter große Grundstück. Ein beheizbares Gewächshaus, ein Gemüse- und ein Obstgarten gehören ebenfalls dazu. Hierhin führt ein Brückchen über den stets murmelnden Nüstenbach. Unweit des Wohnhauses liegt der Kräutergarten, dem heuer die besondere Aufmerksamkeit galt. "Das Kräutermännchen sieht klasse aus", fand Birgit Dallinger. Die Gartenexpertin steht dem LGS-Förderverein als kompetente Ideengeberin zur Seite. Ulla Schneider wiederum wirkt seit 1997 als Schriftführerin im Förderverein. Teilweise dreistöckig reihen sich die Kräutertöpfchen dicht an dicht, bilden fast einen kleinen Kräuterdschungel. "Den Ananassalbei hab ich nur gekauft wegen der schönen Blüte", verriet die Gartenbesitzerin. Und zeigt damit, dass Nützliches und Schönes hier durchaus eine Liaison eingehen dürfen.

P1110724

Zum Nützlichen zählen die Klassiker Petersilie und Schnittlauch, die tiefgefroren bis in den Winter auf den Tisch kommen. "Sauerampfer im Salat schmeckt wunderbar", erklärte Ulla Schneider. Und fügte lächelnd hinzu: "Den kann ich meinem Mann auch noch unterjubeln." Anders als etwa die Kapuzinerkresse. Kräuterquark, der mit Pellkartoffeln den sommerlichen Speiseplan bereichert, hatte die fürsorgliche Gartenbesitzerin für die Gäste vorbereitet. Daneben "zur Erfrischung" Verbene-Tee und einen "Sommertee" - mit Brombeeren, Himbeeren und Heidelbeeren. "Es ist alles mit Stevia gesüßt." Und für den Fall des Falles - sollte jemand bald Husten bekommen - warteten zahlreiche Salbei-Sträußchen auf die Besucher. Das Reich von Gerd Schneider bildet der nicht minder akkurat gepflegte Obstgarten mit einem selbst konstruierten "Insektenhotel".

P1110599

Zum guten Schluss besichtigte man den Garten der Familie Haas. "Schauen Sie auch mal in den Stadtgarten. Der Wechselflor sieht spitzenmäßig aus", riet Birgit Dallinger den Gartenbegeisterten.

(RNZ, 07.08.2013)

Programm Tag der offenen Gärten