„Weitere Einsparungen sind nicht ohne Substanzverlust möglich“

'Das wird schön',

waren sich die Helfer bei der vom LGS-Förderverein finanzierten Pflanzaktion sicher. In sechs bis acht Wochen sollen die Sommerblumen im Stadtgarten blühen. Für den gesamten LGS-Park hat die Stadt ein neues Pflegekonzept entwickelt.

Mosbach. (ly) Im Landesgartenschaupark tut sich was. Auffällig in Form einer Pflanzaktion des LGS-Fördervereins, mit der Sommerblumen in den zwei Wechselflorflächen des Stadtgartens eingesetzt wurden, und langfristig mit der Umsetzung erster Maßnahmen des neuen, differenzierten Parkpflege- und Entwicklungskonzepts.

Auf den Park, der in seiner jetzigen Form 1995 bis 1997 angelegt wurde, ist man in Mosbach stolz. Doch Stadtverwaltung und die Verantwortlichen des 1997 gegründeten Fördervereins Landesgartenschau Mosbach wissen, dass die Unterhaltung auch finanziell geschultert werden muss und der Rahmen dafür sehr eng ist. Vor diesem Hintergrund hat der Bereich "Grün- und Freiflächen" der Stadtverwaltung zusammen mit der Landschaftsarchitektin Monika Böhm ein Konzept erarbeitet, bei dem Einsparmöglichkeiten, Optimierungsvorschläge sowie ein kurz- und langfristiger Sanierungsbedarf untersucht wurden.

Landschaftsarchitektin Birgit Dallinger vom Bereich "Grün- und Freiflächen", die das Konzept im Herbst im Gemeinderat und dieser Tage bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins vortrug, erinnert daran, dass man schon vor Jahren eine Untersuchung der Pflegeaufwendungen anstellte und 2002/2003 erstmals eine drastische Einsparung der Unterhaltungsmittel vornahm. Als Ziele des neuen Pflegekonzepts nennt sie: Gewährleistung der Verkehrssicherheit und einer langfristigen, werterhaltenden und Nutzer orientierten Parkentwicklung; die Weiterentwicklung mit einer Anpassung der veränderten Nutzerbedürfnisse sowie die Einsparung von fünf bis zehn Prozent der jährlichen Unterhaltungskosten.

Für dieses Konzept wurden alle Flächen bewertet, ca. 140 Einzelobjekte untersucht und Maßnahmen festgelegt. Dazu gehörten alle unterschiedlichen Pflanzbereiche, Rasenflächen, befestigte Flächen, Einbauten, Kunstobjekte und auch der Seepavillon. Ergebnis der Erhebung: Bei einzelnen Flächen kann die Anzahl der Pflegegänge reduziert werden. Einzelne Nebenwege werden in Nutzung und Pflege aufgegeben. Laut Dipl.-Ing. (FH) Birgit Dallinger können vereinzelte Flächenumwandlungen zu Einsparungen führen. So sollen zum Beispiel drei Staudenflächen am Kolkwitzienweg 2012 in Rasenflächen umgewandelt und aus den Staudenflächen bei der Kneippanlage zunächst Blumenwiesen und später Rasenflächen werden.

Einsparungen sind aber nicht alles, man hat auch Optimierungsvorschläge erarbeitet, "die möglich, aber mit zusätzlichen Kosten verbunden sind." So litten z. B. die Rasenflächen seit Jahren unter der reduzierten Pflege. Das Konzept macht klar: Bessere und optisch ansprechendere Rasenflächen sind nicht ohne Investitionskosten und einen dauerhaft erhöhten Pflegeaufwand möglich.

Zu den Potenzialen und Schwachstellen stellte man folgende Überlegungen an: Der LGS-Park ist heute mehr ein Bürgerpark denn eine Schaufläche und sollte in erster Linie die Bedürfnisse seiner Nutzer bedienen. Die Spielbereiche z. B. sind nach 15 Jahren zu überarbeiten, der Skulpturenpark als Kunstbeitrag zur Landesgartenschau sollte in seiner Gestaltung und Funktion neu definiert werden. Für die LGS erstellte Einbauten müssten zurückgebaut werden, z.B. der nicht mehr verkehrssichere "Peace Place" und die Jugendbegegnungsstätte im kleinen Elzpark. Der Stadtgartensee muss in den nächsten Jahren wegen des hohen Verschlammungsgrades ausgekoffert, die Ufersicherungen müssen saniert werden. "Auch der Baumbestand wird sich verändern, Nachpflanzungen werden erforderlich werden."

Die Stadt Mosbach wendet jährlich für die Unterhaltung des Parks ca. 1,50 Euro pro Quadratmeter auf. Laut Erhebung der Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) werden in der Bundesrepublik zwischen 3,50 und 4 Euro/qm für die Unterhaltung repräsentativer Parkanlagen ausgegeben. Mosbach liegt also weit unter dem Schnitt. Und für Birgit Dallinger ist klar: "Weitere Einsparungen sind ohne einen entsprechenden Substanz- und Werteverlust nicht mehr möglich."

Erfreulich daher, dass man sich auf das finanzielle und personelle Engagement des Fördervereins stützen kann. Mit mehreren Helfern war man Anfang der Woche im Einsatz, um nach einem fertigen Pflanzkonzept des holländischen Lieferanten "Verver-Export" auf 130 qm zwei Sommerbeete anzulegen. In Weiß, Gelb und Blau sollen die 1500 Blumen dort in sechs bis acht Wochen blühen.

Der Förderverein setzt sich mit großem bürgerschaftlichen Engagement für die Belange des Parks ein und hat seither stattliche 175 000 Euro investiert. Den LGS-Park als Bürgerpark zu erhalten, dafür macht er sich weiterhin stark und würde sich über Unterstützung und neue Mitglieder freuen. Ansprechpartner ist Bert Hergenröder, Telefon: 46 94.

(RNZ, 19.05.2011)