Auch einfache Dinge können begeistern

Mosbacher Sommer: Regen 'verkleinerte' das SpielBlüten Spielefest' - Dennoch vergnügen sich hunderte Gäste im Kleinen Elzpark - aus der Rhein-Neckar-Zeitung Nr. 187, Dienstag, 15. August 2017 - von Peter Lahr.

Den Sonntagvormittag über regnete es zwar noch. Doch die Macher des 'SpielBlüten Spielfestes' hielten es mit dem bewährten James-Bond-Motto und sagten sich : 'No risk, no fun'. Sie baute ihre Zelte unbeeindruckt von den Wolken am Himmel im Kleinen Elzpark auf. Glücklicherweise blieb der Nachmittag trocken, und so kamen hunderte kleine und große Gäste, um eine verkleinerte Auflage des beliebten Mosbacher-Sommer-Klassikers mit reichlich Leben zu erfüllen.

Auf die Holzbausteine und einige geplante Attraktionen mussten die Besucher wegen der Feuchtigkeit zwar verzichten. Im Gegenzug zeigte sich die Stadt generös und verzichtete auf den Eintritt. Die, die kamen, verlebten einen vergnüglichen Nachmittag und freuten sich über eine recht überschaubare Warteschlange an der Wellenrutsche. Diese bildete mit ihrem regelmässigen Gerattere so etwas wie den Hintergrund-Puls des Festes. Fast so schön wie eine Meeresbrandung.

'Bei großen Kindern schuckt er mehr an', erklärte ein Mädchen, weshalb manche Mitfahrer bis ins Ziel ratterten, andere kurz vor der Zielgeraden noch einen Schubser benötigten. Besonders Gewiefte wagten den Ritt sogar rückwärts.

Eine Neuigkeit hatte sich der Förderverein LGS Mosbach 1997 e.V. ausgedacht. Er bot an seinem Stand Walderdbeeren 'to go' an. 'Ein Pflanzengruß zum Mitnehmen', fasste Birgit Dallinger die schöne Aktion zusammen, die für viele weitere Minierdbeeren in Mosbachs Gärten sorgen soll.

Ebenfalls eine nachhaltige Angelegenheit war die Schiffle-Werkstatt. Da überkam es manchen Papa, und er sägte munter die Grundlage für die Segelträume. Eifrig hämmerten, schraubten, bohrten, schmirgelten und klebten die angehenden Klabautermänner und -frauen und trugen mit unübersehbarem Besitzerstolz ihre Kutter, Kähne, Barken und Jachten nach Hause - bevor es auf die große Reise ging.

Dem nassen Element haben sich auch die Retter der DLRG verschrieben. Wagemutig eröffneten sie ihre Wasserrutsche, die sonst eine der am meisten belagerten Attraktionen des SpielBlütenfestes bildet. Doch dort, wo es sonst gerne dicht wie in einer Heringsbüchse zugeht, war der Ansturm überschaubar. Bei 21 Grad wagten sich nur zwei Hände voll Wasserratten auf das seifig-schlickrige 'Parkett'.

'Stell dich so, dass die Achse auf dich zeigt. Du bist hier der Chef', erläuterte Klaus Müller-Blask die Grundlagen des Diabolo. An zwei Handstöcken konnten sich die Nachwuchs-Artisten erproben und die doppelte Halbkugel zum Rotieren und Fliegen bringen. 'Mit der rechten Hand hochziehen', lautete der nächste Tipp des geduldigen Experten. Heiß begehrt waren auch Plastikteller, die man auf Stöckchen oder dem eigenen Finger rotieren lassen konnte. 'Erst ganz langsam drehen, nur aus dem Handgelenk, dann schneller und irgendwann merkt man, dass es sich anders anfühlt.' So weit die Theorie.

Ganz entspannt ging es an einem kleinen Schafpferch zu, in dem zwei vierbeinige Bewohner des Heinrichshofs aus Obrigheim reichlich mit Streicheleinheiten versorgt wurden. 'Des Fell is ganz schön hart', teilte ein Junge seiner Oma mit. 'Es sind die einfachen Dinge, die begeistern', erkannte ein Papa unter dem bunten Zelt des Freiburger Spielmobils. Auf dem Rasen gestalteten Kinder eine Neuauflage des Wettrennens Hase gegen Igel. Doch bei der Seilwinde, die die entsprechenden Holzfiguren Richtung Ziel beförderte, waren die Chanchen gleicher verteilt wie im trickreichen Märchen.

Auch ein kleiner Fischteich - mit hölzernen Bewohnern - lockte immer wieder zu einer kleinen Angelpartie. Für lautes Geklackere sorgten im Zelt zahlreiche Brettspiele. Trick-Track, Mini-Kegelspiele, eine Murmelbahn und viele weitere Geschicklichkeistspiele lockten zum Ausprobieren.

Kein Wunder, dass die Zeit am Sonntagnachmittag wie im Flug verging.