Bei Schneiders gibt es wilde Ecken und ausgebuchte Nistkästen

Tag der offenen Gärten - aus Stadtsanzeiger 'Mosbach' Nr. 29 / Freitag, 20. Juli 2012 - von Dorothee Lindenberg

Der eigene Garten ist schon immer ein ganz besonderes Fleckchen Erde gewesen, das es zu hüten und zu pflegen gilt, damit er das ganze Jahr über seine volle Pracht entfalten kann. Das ist in der Nüstenbacher Straße 15 nicht anders, wo ein Blumenmädchen Passanten und Besucher schon von Weitem grüßt. Vor 15 Jahren hatte ihr Vorbild ein Blumenhaus der Landesgartenschau geschmückt und Gerd Schneider zum Nachbau animiert.

Ihr zur Seite heißt ein Schmetterlingshaus - ein Geschenk von Enkel David - geflügelte Gäste willkommen, während ein paar Schritte weiter ein Insektenhotel mit freien Zimmern lockt. Ihm spendet eine 'Schüttelrose' willkommenen Schatten, die so heißt, weil sie ihre welken Blüten abwirft, sobald sie nur leicht angeschubst wird.

'Ich hab immer a bissele Durcheinander', sagt Ulla Schneider, die fast alle Blumen selber vermehrt und angezogen hat und die nun üppig Beete, Pflanzkübel und Kästen bevölkern. Darunter sind viele verschiedene Geranien- und Fuchsienarten, die sie begeistert sammelt und natürlich überwintert. Das Gewächshaus der Tochter leistet ihr dabei wertvolle Dienste.

Ganz zaghaft drängen sich die ersten weißen und lilafarbenen Blütenköpfe der Spinnenblume durch das Blattgrün. Mit ihren langen Staubfäden erinnern sie tatsächlich an überlange Spinnenbeine. Die einjährige Pflanze aus der Familie Cleomaceae wird gut einen Meter hoch und verträgt ihrer südamerikanischen Heimat wegen viel Sonne und Wärme. 'Mit der hab ich das ganze Masseldorn versorgt', lacht Ulla Schneider und bleibt unter dem großen Kirschbaum stehen. Hier ist ihr Lieblingsplatz. Hier hält sie inne, gönnt sich eine wohlverdiente Auszeit und gestattet sich einen müßigen Blick auf die Gartenvielfalt, an der Ehemann Gerd nicht unschuldig ist.

Kaum zu galuben, wie viel Natur auf kleinem Grund Platz hat, wie viele Gesichter der Schneider'sche Garten zeigt und in dem eigentlich alles wachsen darf. Tatsächlich findet hier aber auch jeder und alles sein Plätzchen, ob es die ausrangierten Oster- und Weihnachtsdekorationen oder Erinnerungen an Kinder und Enkel sind. Terrakotta-Enten und Katzen aus Metall, Glasgirlanden, die die Sonne einfangen, Mitbringsel aus aller Herren Länder und ganz viel 'Überzähliges' bevölkern ebenso den Garten, wie Generationen von Tannenzapfen aus dem letzen Herbst und den Jahren davor.

Stets besetzt sind die sechs Nistkästen rund ums Haus und in den alten Türkränzen , die am Geräteschopf ihre letzte Ruhe gefunden haben, nistet schon auch einmal der Zaunkönig.

'Von allem etwas und das immer wieder anders', will Ulla Schneider ihren Garten haben und Ehemann Gerd hilft ( fast immer ) mit, dass dies Jahr für Jahr gelingt.

Gerd und Ulla Schneider öffnen am Samstag, 21. Juli 2012 zwischen 13 und 18 Uhr, zusammen mit 19 weiteren Mosbachern ihre Gartentür und freuen sich, ihren Gästen die wilden und weniger wilden Ecken ihres Gartens zeigen zu dürfen.

aus Stadtanzeiger 'Mosbach' Nr. 29 / Freitag, 20. Juli 2012 - von Dorothee Lindenberg