Der grüne Garten hat sich ‚echt gelohnt‘

Trotz Regen feierten zahlreiche Mosbacher den 20. 'Geburtstag' des Landesgartenschauparks - Rundgang, Erinnerungen, Ausblick - aus der Rhein-Neckar-Zeitung Nr. 105, Montag, den 08. Mai 2017 - von Peter Lahr.

Eigentlich müsste ein leichter Nieselregen ja das Herz eines jeden Hobbygärtners erfreuen. Doch dass ausgerechnet gestern das Parkfest kontinuierlich 'gegossen' wurde, das hatten die 'Macher' vom LGS-Förderverein nicht verdient. Monatelange Vorarbeiten und manch schlaflose Nacht, wie Vereinsvorsitzende Birgit Dallinger in ihrer Begrüßung beschrieb, hatte man für das Gelingen dieses Tages investiert. Dass trotzdem noch überraschend viele Besucher kamen, zeigt, wie beliebt der Park ist. Und welch attraktives Programm zusammen mit 40 Kooperationspartnern auf die Beine gestellt werden konnte.

Abb.1: Gäste verfolgen die Ansprache von BM Jann          Abb. 2: Einer der Verkaufstände
(Fotos: Peter Lahr)

'Die Pflanzen sind wahrscheinlich mehr begeistert als wir', mutmaßte OB Michael Jann zur Begrüßung an der Seebühne. Unter den Gästen konnte er nicht nur MdB Dr. Dorothee Schlegel und MdL Georg Nelius willkommen heißen. Auch das gesamte LGS-Team von damals war gekommen - und verbreitete einen Hauch von Klassentreffen-Atmosphäre. 'Heute wird niemand mehr bezweifeln, dass es Ende der 1980er-Jahre die richtige Entscheidung war, sich für die LGS zu bewerben', unterstrich Jann. Doch damals sei das Projekt äußerst umstritten gewesen. Grund: die Finanzen. 'Heute würde man darüber nur lächeln', befand der Schultes im Blick auf die Investionssumme von 16,5 Mio DM (sechs Mio. schoss das Land zu). 'Das hat sich für die Stadt echt gelohnt', lautete Janns Fazit. Momentan investiere die Stadt pro Jahr 80.000 Euro in den Erhalt des Areals. Die große Rolle des derzeit 380 Mitglieder straken Fördervereins stellte der OB klar heraus. Dieser habe im Laufe der Jahre nicht nur 260.000 Euro aktiviert - er engagiere sich zudem immer wieder tatkräftig für den Park.

'Nach 20 Jahren benötigen wir neue Investitionen', erklärte Birgit Dallinger beim Rundgang. Im ganzen Park gebe es gerade mal zwei Kleinkinderschaukeln. Überhaupt sei das Spielplatzkonzept vielfach nicht zeitgemäß. Überdenken müsse man auch die Nutzung des ehemaligen Skulpturenparks. 'Es kann nicht stehen bleiben, wir müssen uns weiter entwickeln', so Dallingers Resümee.

An ein 'sensationelles Team' erinnerte sich der einstige LGS-Geschäftsführer Dr. Klaus Roos. 'Horror' sei dagegen der erste Öffnungstag gewesen, bei dem einiges schief lief.

'Es ist Frühling', lautete das Motto der Mona-Lisa-Frauen, die im Sängerheim ein blumenbuntes Büffet gezaubert hatten. Beinahe aus den Händen gerissen wurden den 'Harmonixen' später im Cafe der Kuchen. Frech, freakig und poetisch gelang der Auftritt des Zirkus 'Liberta', der auch schon vor 20 Jahren hier gastierte. Dieter Schetz ließ Mäuse auf Katzen reiten, hypnotisierte seinen Hahn und ließ Hund Molly durch einen brennenden Reifen springen. Fast ins Wasser fiel dagegen der Auftritt der Freiburger 'Kalimari Allstars'. Es wäre schade gewesen, die Brassformation spielte grandios. Die Kunst des Castings, des Angelzielwurfs, konnte man bei Walter Heidemann beim Fischerverein lernen. Angler gelten ja eh als 'wetterfest'...

Abb. 3-5: Zirkus Liberta trotz Dauerregen in Aktion (Fotos: Peter Lahr)