Der Sommer startet fantasievoll leuchtend

Lichterfest lockte zum Auftakt des 'Mosbacher Sommers' unzählige Besucher an - Schulteams brachten 17 969 Teelichter zum Leuchten - aus der Rhein-Neckar-Zeitung Nr.161 - Montag, den 16. Juli 2018 - von Peter Lahr.

Bei 'Kaiserwetter' eröffnete Oberbürgermeister Michael Jann am Samstagabend auf der Seebühne die 33. Auflage des 'Mosbacher Sommers' - mit dem Lichterfest als Auftakt. Unter der Regie des Jugendgemeinderats und des Landesgartenschau-Fördervereins feierte man eine generationenübergreifende Party im Grünen. Dass das Konzept mit Schulwettbewerb, Lesungen, Illuminationen, Musik und Kulinarischem  bei den Mosbachern gut ankommt, belegten die Besucherströme ( unter ihnen auch Bürgermeister Michael Keilbach und MdL Georg Nelius), die sich am Abend auf den Weg in den Park machten.

Mit Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad kämpften bereits am Nachmittag die Schulteams. Nachdem die Freiwillige Feuerwehr bis 13 Uhr die ausgetrocknete Rasenflächen gewässert hatte - und bis Mitternacht eine Brandwache vor Ort weilte - kamen kaum zwei Stunden später die Motivteams der Schulen.

Einen Flug zu den Sternen hatte sich das siebenköpfige Lehrerkollegium der Wilhelm-Stern-Grundschule aus aktuellem Anlass ausgedacht. Die riesige Rakete, die auf dem Rasen startete, gemahnte an Alexander Gerst, den deutschen Mann im All. Bereits am Vormittag hatte eine Mutter die Umrisslinien auf den Boden gesprüht. Nun waren über 60 Kinder und Eltern im schweißtreibenden Einsatz, um die Teelichter zu verteilen. 'Ganz eng aneinander', lautete die Vorgabe. Da viele mit anpackten, waren die 5000 Lichter erstaunlich schnell verteilt.

Als der Sternenflug bereits zu erkennen war, startete das Team der Lohrtalschule. 'Wir haben noch viel Zeit', gaben sich Anne Feix und Bettina Jordan entspannt. 'Wir hatten mehrere Ideen. Aber es war uns besonders wichtig, dass man das Motiv gut erkennt', beschrieben die beiden das Haupt-Auswahlkriterium. Da man derzeit so viel Negatives höre, wolle man ein positives Zeichen setzen: zwei Hände, die ein rundes Friedenszeichen halten. Mit großen Papierschablonen begann man, die Konturen der Hände auszubreiten.

'Das soll ein Fußballer sein und daneben der WM-Pokal', zeigte Dirk Stottmaier auf das schon erkennbare Fußballfeld der Waldsteige Grundschule. 'Wir sind eine bewegte Schule - und im Fußballfieber', begründete der Sportlehrer die Motivauswahl. 3500 Teelichter sorgten bald für Bewegung.

'Wir wollen etwas Abstraktes', begründete Tilmann Meckler den Vorstoß der Müller-Guttenbrunn-Schule in 'Unendliche Weiten'. Viele verschieden große Kreise bildeten eine Art Spiralschnecke. In Aktion war die vierte Klasse, was auch perfekt zum Lehrplan passte: 'Wir haben gerade den Zirkel eingeführt. Das hat wunderbar geklappt', lautete das zufriedene Fazit des Pädagogen.

'Wir können es nur gemeinsam schaffen', unterstrich Kunstlehrer Alexander Denz von der Waldstadt Grundschule. Deshalb werde das auf dem See schwimmende Ausreißer-Entchen - das eine Extrakontur aus Styropor erhielt und von Schnüren gehalten wurde - auch von seinen Freunden wieder gerettet. Ganz nach dem Schul-Motto: 'Füreinander, voneinander, miteinander lernen.'

'Die waren total schnell fertig', lobte Talia Haftaka die Jugendgruppe aus Katsrin, die außer Konkurrenz startete. Schnell habe man sich für eine große Menora, einen Leuchter, entschieden: 'Wir wollten ein Motiv, das man mit Israel in Verbindung bringt', erklärte die Jugend-Begleiterin.

Den zweiten Kraftakt absolvierten die Schulteams am Abend, als es darum ging, die Teelichter zu entzünden. Insgesamt 17 969 flackerten am Ende. Ein Gewinnspiel kreiste um die richtige Anzahl. Erstmals bestimmte diesmal eine dreiköpfige Jury den Schulsieger. Keine leichte Aufgabe für Katharina Nimis (JGR), Lucien Volk (LGS-Förderverein) und Harald Kielmann (Kunstverein). Über Gold freute sich am Ende die Lohrtalschule, Silber erhielt die Waldsteige Grundschule und Bronze die Wilhelm-Stern-Schule.

Doch es gab noch mehr: Die Seebühne bespielten DJ Robin und die Band 'Five'o' im Wechsel - und kombinierten aktuelle Partysounds mit Evergreens. Zu Lesungen in den illuminierten Bürgergärten luden Bert Hergenröder, Wilfried Boch und Birgit Dallinger ein. Moderator Christain Tamme spielte auch mal 'Glücksfee' und verkündete diverse Gewinner. Eine Lasershow bildete den Schlusspunkt der Party. - Weitere Bilder vom Lichterfest finden sich auf www.rnz.de