„Jetzt können wir barrierefrei lostrainieren“

Der Aktivpark im Landesgartenschaugelände nimmt immer mehr konkrete Gestalt an – Vier Trainingsgeräte sind installiert. - Aus der RNZ vom 19./20.10.2013.

Aktivpark_2013

Die Aktivitäten, die stattfinden mussten, damit der „Aktivpark für Jung und Alt“ im Landesgartenschaupark realisiert werden konnte, dauern seit rund sieben Jahren und bestanden in ersten Linie im Spendensammeln. Doch nun versammelten sich Vertreter vom Stadtseniorenrat (SSR), dem Förderverein Landesgartenschau (LGS) und der Stadt Mosbach sowie ein Physiotherapeut, um das erste Quartett von insgesamt acht Trainingsgeräten zu übergeben – und natürlich auszuprobieren. Man sieht den vier edelstählernen Konstruktionen nicht gerade an, dass sie 14 000 Euro kosten. Physiotherapeut Martin Tilsner, der die Trainingswilligen regelmäßig und vor allem fachlich anleiten möchte, aber war überzeugt: „Das Einfache ist das Beste.“ Zudem müssen die Geräte robust, sicher und wetterfest sein. Aktivpark_2013

Also los:   Pedalostrecke, Bein-Ergometer, Liegestützgestell und Schwebende Plattform laden ein, Koordination und Kraft zu trainieren. Wer den Parcours gemäß den Übungsanleitungen durchmacht, der hat eine halbe Stunde lang zu tun – mehr oder weniger locker. Denn die Anstrengung kann dem eigenen Vermögen angepasst werden. Ausdrücklich eingeladen sind jedoch nicht nur Senioren. Die jetzt aufgestellten Geräte seien im Gesamtzusammenhang zu sehen, erklärte Birgit Dallinger vom städtischen Amt für Grün- und Freiflächen. Da grenzt das Beachvolleyball-Feld an, im Frühjahr 2014 hofft man, den zweiten Teil der Geräte zu installieren. „Wir wollen einen Park, der von allen Generationen angenommen wird“, so Dallinger. Am Ende soll es 18 Stationen geben.

Damit wiederum passe man zur „alla-hopp!“-Projektbeschreibung, sagte Oberbürgermeister Michael Jann. „Unsere Bewerbung ist auf dem Weg.“ Mit „alla-hopp!“ wird die Dietmar-Hopp-Stiftung 18 Städte und Gemeinden der Metropolregion Rhein-Neckar unterstützen, die überzeugende Konzepte für „Bewegung und Begegnung für alle Generationen“ schaffen. Beim ersten Besuch der Projektprüfer, erzählte Birgit Dallinger begeistert, habe man einen vortrefflichen Eindruck hinterlassen können. Es geht um immerhin insgesamt 40 Millionen Euro.

Die Summen, die für den Aktivpark aufgebracht werden müssen, sind allerdings auch ansehnlich: Bis alles fertig sein wird, werden 45 000 Euro gebraucht. Einen Spendeneingang von bisher 24 000 Euro verkündete Michael Jann und schaute dabei dankbar zu Jürgen Jacoby und Bertold Hergenröder, die Vorstände des LGS-Fördervereins. Zu den bisher überwiesenen 8500 Euro soll dieselbe Summe 2014 noch einmal hinzukommen. Dankbar ist Jann außerdem den überaus eifrigen Spendensammlern vom Stadtseniorenrat, die bei Banken, Unternehmen und vielen Kleinspendern bisher rund 15 000 Euro „eintreiben“ konnten. „Uns fehlen ganz besonders noch die Krankenkassen, die doch an einem solchen Projekt ein großes Interesse haben müssten“, warb SSR-Sprecher Christian Tamme. Die Stadt Mosbach schließlich hat sich planerisch und „bauhöfisch“ mit 7500 Euro eingebracht.

Auch wenn mit dem anbrechenden Herbst und dem bevorstehenden Winter der Zulauf erst einmal nicht allzu groß sein wird, freute sich Oberbürgermeister Jann nach langer Anlaufzeit über die Fertigstellung des ersten Abschnitts. „Jetzt können wir barrierefrei lostrainieren“, sprach’s und machte eine Probe auf dem Pedalo. Die dort geforderten „mehrfachen Richtungswechsel flüssig und rund“ hinzukriegen, kann als Training für Bürgermeister-Aufgaben ja durchaus nützlich sein…

Aus der Rhein-Neckar-Zeitung Nr. 243 vom 19./20. Oktober 2013 - Ursula Brinkmann